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Billiger Kaffee macht arm!

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Seit Jahren fällt der Weltmarktpreis für den zweitwichtigsten Rohstoff der Welt, Langsam merken auch die Konsumentenländer, dass etwas geschehen muss.

„Der Kaffeemarkt funktioniert nicht mehr“, warnen Hilfsorganisationen. Während die großen Konzerne die Preise drücken können und dicke Profite einstreichen, rentiert sich der Anbau der Bohnen für viele Bauern in Entwicklungsländern nicht mehr. Die Bundesregierung hat deshalb ein neues Projekt aus der Taufe gehoben:

„Common Codes for the Community“. Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit ( GTZ ) und der Deutsche Kaffeeverband ( DKV ) wollen mit Kaffeeindustrie, Produzenten, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen ein gemeinsames Regelwerk für nachhaltigen Kaffeeanbau erarbeiten.

„Kaffee statt Kokain“ ein Kaffeebauer verdient ca. 10-15 so viel, wenn er auf seinem Grund und Boden Kokainpflanzen anbaut, auch das gilt es zu verhindern.

Die Länder der Europäischen Union kaufen fast die Hälfte der Weltkaffee-Exportmenge auf, die USA importieren ein Viertel. Die westlichen Industrieländer spielen damit die tragende Rolle im internationalen Kaffeehandel; Die Kaffeeproduktionsländer sind dagegen ausnahmslos Entwicklungsländer:

  • In Südamerika werden 48 Prozent,
  • in Zentralamerika 17 Prozent,
  • in Afrika 20 Prozent und
  • in Asien 14 Prozent produziert.

Ein Prozent wird in Ozeanien angebaut. Wichtigstes Exportland mit etwa 30 Prozent der Gesamtexporte ist Brasilien. Mit Abstand folgen Kolumbien, dann Indonesien, Mexiko, die Elfenbeinküste, Äthiopien, Indien und Guatemala.

Die Entwicklungsländer, die Kaffee anbauen, sind vom Export dieses Produktes mehr oder weniger stark abhängig: Sie benötigen harte Währungen für die Einfuhr von Maschinen, Technologien und Know-how aus Industrieländern oder für den Import von Erdöl. Hinzu kommt: Viele Länder sind hoch verschuldet. Oft müssen sie 50 Prozent oder mehr ihrer jährlichen Deviseneinnahmen für Zinszahlungen und Tilgung der Kredite aufwenden.

Kaffee steht somit im Zentrum der weltweiten Schuldenkrise, die vielen Entwicklungsländern die Luft abzupressen droht und ihnen jeglichen Entscheidungsraum für eine selbsttragende wirtschaftliche und soziale Entwicklung nimmt. Sie befinden sich in einer endlosen Abhängigkeitsspirale. Alte Schulden werden nicht selten durch neue Kreditaufnahmen finanziert. Umschuldungsverhandlungen und die Streckung der Tilgungsraten zeugen von den verzweifelten Versuchen, mit dem Problem fertig zu werden.

1993 standen die Entwicklungsländer mit rund 1.700 Mrd. US-Dollar bei den Banken und Regierungen der Industrieländer in der Kreide. Eine Zinssteigerung auf dem Weltkapitalmarkt von nur 0,5 Prozent kostet die Entwicklungsländer zusätzlich etwa 14,75 Milliarden Dollar – fast doppelt so viel, wie die deutsche Entwicklungshilfe ausmacht. Ohne den Export von Kaffee könnten die Erzeugerländer wirtschaftlich nicht überleben.

Uganda, Ruanda, Burundi, Äthiopien, Guatemala und El Salvador beziehen weit mehr als die Hälfte ihrer Deviseneinnahmen aus dem Kaffee-Export. In Kolumbien, Costa Rica, Nicaragua und Honduras, in Kenia, Tansania, Kamerun, Madagaskar und Zaire trägt Kaffee zu über einem Viertel zu den Exporterlösen bei. Der Anbau von Kaffee und sein Preis auf dem Weltmarkt entscheiden über Wohl und Wehe ganzer Staaten und ihrer Bevölkerung.

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